#10 La Palma

La Isla de San Miguel de La Palma

La Palma ist, wie alle Kanarischen Inseln, vulkanischen Ursprungs – das bedeutet wenige schwarze Sandstrände und steile Berge.

Sie wird fast liebevoll Isla Verde (grüne Insel) oder Isla Bonita (hübsche Insel) genannt. Riesige Lorbeer- und Kiefernwälder legen sich dschungelartig wie ein Teppich über fast die gesamte Insel. Also ein Paradies für Wanderer und Naturfreaks. La Palma gilt als die sauberste und grünste kanarische Insel. Das mag sein.

Mit nur 49 km Länge und 28 km Breite ist La Palma ein „Inselchen“. La Palma stellt aber auch die „steilste Insel“ der Welt dar, bezogen auf die Fläche und das Höhenrelief. Man soll daher die Entfernungen nicht unterschätzen.

Santa Cruz de La Palma

Die Hauptstadt, das „Heilige Kreuz“ der Insel, gegründet 1493, nur 17.000 Einwohner. Santa Cruz gilt als eines der schönsten Beispiele spanischer Kolonialarchitektur im kanarischen Archipel. Mehr dazu später.

Der Kreuzfahrthafen liegt wie alle kanarischen Häfen auf der Ostseite der Insel in einer geschützten Bucht im Süden der Hauptstadt. Es sind ca. 1,5 km vom Schiff bis ins Stadtzentrum.

Wie fast immer verschlafen wir das Anlegen, beim Betreten des Balkons schauen wir schon auf grüne Berge.

Auf den ersten Blick wirkt La Palma etwas „lieblicher“ als Teneriffa, nicht ganz so schroff, aber das kann täuschen. Die Inselhauptstadt schaut gemütlicher aus.

Nach dem Frühstück führt unser erster Weg zu Cicar im Hafengebäude. Zuhause haben wir uns für die Insel La Palma ein Leihauto reserviert. Wir wollen den Inselnorden erkunden.

Der freundliche Herr von Cicar rät uns dringend davon ab hinauf zur Sternwarte zu fahren, die Straße sei zu schlecht und zu kurvenreich. Damit steht unser Tagesplan endgültig fest. 🙂

Unser Auto stehe draußen vor der Marina am Privatparkplatz gleich bei der Madonna links, meint er. Wir finden die Statue zwar nicht, aber das Auto, gleich beim Mc Donalds links. Madonna, Mc Donald. Unser Spanisch scheint schon etwas eingerostet zu sein. 😉

Mit dem nagelneuen Opel Asthma TURBO (!) und dem Navi biegen wir rauf auf die LP-4 in Richtung Roque de los Muchachos (Burschenberg), zur zweitgrößten Sternwarte der Welt auf 2.426 Metern.

Die Straße ist sehr breit, perfekt asphaltiert und sehr kurvenreich. Das macht Spaß!

Zunächst geht es mit dem Turbo durch endloses Dschungelgebiet, später wechselt die Vegetation auf Loorbeerwälder, schließlich fahren wir durch hohe Kieferwälder. Ab 2.000 Höhenmetern erreichen wir die Baumgrenze und haben herrlichen Blick auf das Meer und die Wolkendecke.

Am höchsten Punkt der Straße eröffnet sich ein grandioser Blick auf die Caldera de Taburiente, dem Senkkrater mit 10 km Durchmesser und 1.500 Meter Tiefe, ein Nationalpark.

16 Teleskope stehen um den Gipfel verstreut, darunter das GRANTECAN, mit 10,4 m Spiegeldurchmesser ist es das weltgrößte Himmelsauge. Die MAGIC I+II Gammastrahlen-Hohlspiegel faszinieren besonders.

An 19 weiteren Gammastrahlen-Teleskopen wird bereits gebaut, ein 30 Meter-Riesenteleskop ist geplant. Ein Gesetz gegen Lichtverschmutzung sichert seit 1988 diesen wichtigen astronomischen Standort.

Hier oben (2.244 m) herrscht eine fast mystische Stimmung, einmalig, wunderschön.

Richtung Westen geht es dann gefühlte tausende Serpentinen wieder bergab, zurück in die Zivilisation. Bei Los Sauces kurz vor San Andres besichtigen wir die Charco Azul. Bananenplantagen, soweit das Auge reicht. Endlich stehen wir bei natürlichen Meerwasserpools und bewundern die Brandung. Zum Baden ist heute der Wind zu kalt.

Den Lorbeerwald Los Tilos lassen wir links liegen, Dschungel haben wir heute schon genug gesehen. Den Strand „Playa de los Cancajos“ südlich des Hafens hätten wir uns sparen können, für seine Strände ist La Palma nicht berühmt.

Am Nachmittag fahren wir daher in die Hauptstadt Santa Cruz de la Palma.

Sie wird nicht umsonst die Perle der Kanarischen Inseln genannt. Die historische Innenstadt im kolonialen Stil ist ein Schmuckkasterl. Perfekt renoviert und sehr sauber.

Zu empfehlen ist ein Besuch des stimmigen Plaza de Espana mit der alten Pfarrkirche.

Die berühmten Balkonhäuser aus dem 16. Jahrhundert direkt am Meer auf der Avenida Maritima muss man auch gesehen haben.

Ein Besuch des Inselmuseums Museu Insular in einem uralten Franziskanerkloster zahlt sich auch aus.

Der zweite Höhepunkt des Tages ist aber nach der Sternwarte eindeutig der Cappuccino in der Innenstadt, herrliches Abiente und sehr gemütlich. Gut, dass nur unser Schiff heute angelegt hat und nicht gleich drei, wie gestern in Teneriffa. Die Stadt ist klein, aber sehr fein.

Zum Abschluss liegen wir noch eine Weile am Stadtstrand, das Wasser ist sauber und klar. Der Strand sehr gepflegt, wie alles auf dieser grünen Insel.

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