#6 Überfahrt nach Afrika

Wasser hat keine Balken! Und das ist gut so. Der Nordostpassat hat uns weiter fest im Griff. Bei Windstärke 7 sind wir gestern Abend unter den obligatorischen Klängen der „Großen Freiheit“ von Unheilig ausgelaufen und haben die Nase scharf nach Osten gedreht mit Kurs 95 Grad – Dakar.

Genau genommen sind es 85 Grad, wir driften, erklärt uns unser sehr humorvolle und souveräne Kapitän, da wir ja den Wind von Backbord ausgleichen müssen, um auf Kurs zu bleiben.

Heute morgen ist es zwar wolkenlos und warm, der Wind kommt jedoch mit 65 km/h von Nordosten. Es wurden 1.000e Liter Wasser gebunkert, um den verbrauchten Sprit gewichtsmäßig auszugleichen und ein gröberes Schlingern des Schiffes zu verhindern, die Stabilisatoren sind voll ausgefahren. Ganz gelingt das natürlich nicht, Speibsackerl liegen überall bereit. Noch geht es uns aber blendend.

Wir machen derzeit mit einer Maschine nur 11 Knoten (19.600 PS). Das schafft ein Puch Maxi locker bergauf. Wir sind aber schnell genug um morgen früh um 5 Uhr in der Hauptstadt des Senegal rechtzeitig anzukommen und den Afrikanischen Kontinent zu betreten.

211 Seemeilen oder 391 km liegen bis Dakar vor uns, 2.210 km haben wir mit der MEIN SCHIFF 4 bereits zurück gelegt. Jetzt gerade haben wir 4.115 m Atlantikwasser unter dem Kiel, wenig Verkehr, meint der Kapitän. Ein anderes Schiff hab ich noch nicht gesehen. Der Seemann sagt dazu: Das Schiff liegt sehr gut in der See, stressfrei, bei leicht diesige, unklarer Kimm. Damit ist der Horizont gemeint. Das wiederum liegt am Saharasand, der in der Luft liegt und für schlechte Sicht sorgt.

Das Sonnendeck 14 wurde steuerbord geräumt, weil der Wind zu stark ist. Und es soll ja niemand von Bord geweht werden. Ein bis zwei Passagiere gehen ja statistisch gesehen bei jeder Kreuzfahrt verloren. 😉

Wir finden einen super LiegePlatz direkt beim Außenpool, relativ windgeschützt, perfekt. Die Sonne scheint hier fast senkrecht vom Himmel, die Sonnenstrahlen treffen daher im Winkel von 90 Grad auf unsere bleiche Haut. Genau, wir liegen flach. 🙂

Das hat natürlich den Nachteil, dass das Eis im Becher schneller schmilzt. Die Eisbar auf Deck 12 ist übrigens sehr zu empfehlen!

Gestern hatten wir ein sehr unterhaltsames Tischgespräch mit Münchnern, die uns tatsächlich um unsere neue Regierung unter Kanzler Kern beneiden und uns gratuliert haben. Knapp daneben ist auch vorbei. 🙂

Am späten Nachmittag erreichen wir Windstärke 8, eine steife Brise, das Schiff liegt nun nicht mehr ganz so ruhig, es rollt und giert. Ab und zu rumpelt es auch kurz, wie auf einem Feldweg. Aber alles noch locker auszuhalten bei 25 Grad und Sonnenschein.

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